Vernetztes Arbeiten am Bau: 7 Kollaborations-Tools im Vergleich

Geschrieben von

Christina Pemberger

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BaublogVergleiche & Toollisten

Der Erfolg eines Bauvorhabens hängt stets davon ab, wie gut alle Projektteilnehmer aufeinander abgestimmt sind. Damit das funktioniert, ist eine digitale Lösung heute unumgänglich. Doch der Markt ist groß und alle versprechen im Grunde dasselbe: reibungslose Kommunikation und ein übersichtliches Aufgabenmanagement.

Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, die Unterschiede im Detail zu erkennen. Er vergleicht 7 aktuelle Lösungen gezielt auf ihre Kollaborationsfähigkeit: BauMaster, Dalux, Capmo, PlanRadar, Fieldwire, Procore und Planfred.

Hinweis zur Aktualität: Dieser Vergleich wurde im März 2026 erstellt – Softwarefeatures und Preise können sich seitdem verändert haben.

7 Lösungen für vernetztes Bauen auf einen Blick

Tool

Aufgabenmanagement

Einstiegspreis

Zusatzkosten für Externe

Externe ohne Registrierung

BauMaster

ticket- & protokollbasiert

ab 79 €/User/Monat

kostenlos, unbegrenzt

ja – per PDF-Protokoll

Dalux

workflowbasiert

eingeschränkt kostenlos, weitere Preise auf Anfrage

kostenlos, unbegrenzt

nein – Firmen-E-Mail Plicht

Capmo

ticketbasiert

individuell (nach Bauvolumen)

kostenlos, unbegrenzt

nein – Gast-Account nötig

PlanRadar

ticket- & planbasiert

ab 26 € /User/Monat (auf 1 Benutzer limitiert)

kostenlos, unbegrenzt

nein – Account-Pflicht

Fieldwire

aufgaben- & planbasiert (Kanban)

eingeschränkt kostenlos, Pro ab 39 €/User/Monat

kostenpflichtig

nein – Kostenpflichtige Lizenz nötig

Procore

keine Tickets, dafür Punch Items (Mängellisten)

individuell (nach Produktumfang & Bauvolumen)

kostenlos, unbegrenzt

nein – Account-Pflicht

Planfred

planbasiert

ab 25 €/Monat (auf 1 Projekt limitiert)

kostenlos, unbegrenzt

teilweise – Plan-Downloads ohne Login

Alle Tools für Teamwork auf der Baustelle im Detail

1. BauMaster

BauMaster ist eine eigentümergeführte All-in-one-Lösung für das Baumanagement aus Österreich. Die Basis bildet eine zentrale Plattform für alle Aufgaben und Dokumente, Zeitplanung und Kommunikation.

Beim Aufgabenmanagement verfolgt die Software einen protokollzentrierten Ansatz: Aufgaben entstehen im Kontext von Bauprotokollen und werden von dort aus verteilt. Diese Arbeitsweise ist an den täglichen Arbeitsablauf von Bauprojektleitern angelehnt.

Der Protokoll-Ansatz macht BauMaster stark in der Baudokumentation: mit rechtskonformen Vorlagen, fortlaufenden Besprechungsprotokollen und individuell zugeschnittenen Protokollen pro Gewerk.

  • Für wen? Mit flexibel kombinierbaren Lizenzen richtet sich BauMaster an Bauleiter, Architekten, Generalunternehmer, Bauträger und Immobilienentwickler gleichermaßen.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS und Windows)
  • Preis: ab 79 €/Nutzer/Monat

2. Dalux

Dalux ist eine cloudbasierte Bauplattform aus Dänemark mit starkem BIM-Fokus, die Planung, Ausführung und Betrieb in einem digitalen Datenraum zusammenführt. Das Herzstück ist der BIM-Viewer. Dieser ermöglicht es, 3D-Modelle und Pläne am Smartphone oder im Browser einzusehen, inklusive Augmented-Reality-Funktion, die das Modell live über das Kamerabild legt.

Für die Baustellenkoordination kommt Dalux Field zum Einsatz: Aufgaben und Mängel werden workflowbasiert erfasst, mit Plan- oder BIM-Markern verknüpft und vor Ort dokumentiert.

  • Für wen? Dalux richtet sich vor allem an größere Bau- und Generalunternehmen sowie BIM-affine Projektteams.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS)
  • Preis: Freemium-Modell mit kostenloser Basic-Version, Preise auf Anfrage

3. Capmo

Capmo ist eine deutsche Baumanagement-Software und positioniert sich als nutzerfreundliche Lösung. Das Interface ist modern gestaltet, sodass auch Digital-Einsteiger ohne größere Schwierigkeiten loslegen können.

Aufgaben und Mängel werden ticketbasiert erfasst und lassen sich mit Fotos, Kommentaren und Planmarkern versehen. Capmo enthält zudem KI-gestützte Features wie intelligente Dokumentensuche und automatische Nachtragsprüfung. Auch Integrationen mit SAP, Microsoft-Tools und NEVARIS sind vorhanden.

  • Für wen? Capmo kann aufgrund seines Preismodells nach Auftragsvolumen für größere Bauträger und Generalunternehmer mit vielen Softwarenutzern interessant sein.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS)
  • Preis: volumenbasiert, auf Anfrage

4. PlanRadar

PlanRadar stammt aus Wien und zählt zu den bekanntesten Lösungen im DACH-Raum. Die Software wurde ursprünglich für die Mängelerfassung konzipiert und setzt auf planbasiertes Arbeiten: Tickets werden direkt auf dem Bauplan platziert, mit Fotos und Kommentaren ergänzt und an die zuständigen Personen weitergeleitet.

Über die Jahre hat sich das Angebot erweitert: etwa um QR-Codes und NFC-Tags für IoT-Anwendungen und eine 360°-Helmkamera-Funktion. Zahlreiche Integrationen machen PlanRadar besonders für Unternehmen mit komplexer IT-Landschaft interessant.

  • Für wen? Die Lösung ist besonders geeignet für große Projektentwickler und Immobilienfirmen mit vielen Parallelprojekten und Integrationsbedarf.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS, Windows)
  • Preis: ab 26 €/Monat für einen Einzelnutzer, ab 89 €/Nutzer/Monat für die Teamlizenz

5. Fieldwire (by Hilti)

Fieldwire stammt aus den USA und gehört seit der Übernahme durch die Hilti Group zu einem der bekanntesten internationalen Anbieter. Die Software verfolgt einen visuell orientierten Ansatz: Aufgaben werden per Kanban-Board organisiert. Die mobile App des Tools ist zudem gut für den Vor-Ort-Einsatz ausgebaut.

Eine Freemium-Version ermöglicht den kostenlosen Einstieg, allerdings sind zentrale Funktionen wie Bauprotokolle oder der BIM-Viewer erst ab höheren Lizenzstufen verfügbar. Die Integration in das Hilti-Tool-Management ist für Unternehmen, die bereits im Hilti-Ökosystem arbeiten, ein praktischer Zusatznutzen.

  • Für wen? Fieldwire richtet sich an General- und Subunternehmer sowie Architekten und Designer, die ein planbasiertes Tool mit Vor-Ort-Fokus suchen.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS, Windows)
  • Preis: kostenlose Freemium-Version, kostenpflichtige Lizenzen ab 39 €/User/Monat

6. Procore

Procore ist eine US-amerikanische Enterprise-Plattform für das Baumanagement. Die Lösung verbindet Projektdokumentation, Finanzmanagement, Ressourcenplanung und Feldkommunikation auf einer Plattform. Eine große Auswahl an Drittanbieter-Integrationen macht Procore zum Tool mit dem wohl größten Ökosystem im Vergleich.

Ein klassisches Ticketsystem ist nicht vorhanden, Procore arbeitet über Mängellisten (Punch Items). Zentraler Bestandteil des Workflows sind außerdem RFIs (Requests for Information) – strukturierte Anfragen zur Klärung von Planungsfragen.

  • Für wen? Die Plattform richtet sich klar an größere Organisationen, die ein umfassendes Integrationsnetzwerk suchen. Die Einarbeitungszeit ist entsprechend höher.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS)
  • Preis: Pauschale nach Auftragsvolumen, auf Anfrage

7. Planfred

Planfred ist eine österreichische Plattform, die ihren Schwerpunkt klar auf Plan- und Dokumentenverwaltung legt. Die Software bietet durchdachtes Planmanagement mit Filter- und Versandfunktionen, einen Freigabe- und Prüfungsworkflow für Pläne sowie einen direkten Repro-Service für die Anbindung an Plot-Dienstleister.

Das reduzierte Interface hält die Einstiegshürde niedrig und erfordert wenig Schulungsaufwand. Aufgaben und Mängel lassen sich ebenfalls erfassen – im Vordergrund steht jedoch der strukturierte Datenaustausch im Projektteam. Das kleinste, projektbasierte Preismodell kann für kleinere Büros und Planungsteams attraktiv sein.

  • Für wen? Planfred richtet sich an Architektur- und Planungsbüros, Bauleiter und Bauträger, die primär Pläne und Dokumente verwalten und verteilen möchten.
  • Verfügbarkeit: Webanwendung und App (Android, iOS)
  • Preis: ab 25 €/Monat für ein Einzelprojekt, ab 75 €/Monat für unbegrenzte Projekte

Entscheidungshilfe: Welches Tool passt zu Ihnen?

Die Wahl der richtigen Bausoftware hängt weniger von Funktionslisten ab als von der Frage, wie Ihr Team tatsächlich arbeitet. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen bei der Eingrenzung:

Wie groß ist Ihre Organisation und wie komplex Ihre IT-Landschaft?

  • Kleinere Unternehmen werden bei Planfred und den Freemium-Versionen von Dalux und Fieldwire fündig.
  • Mittelgroße bis große Unternehmen finden in BauMaster eine Lösung, die persönlichen Support und flexible Preise bietet.
  • Große Konzerne mit vielen Systemen und Integrationsbedarf könnten mit Procore oder Planradar eine passende Lösung finden.

Steht BIM im Zentrum Ihrer Projektabwicklung?

Wer konsequent mit 3D-Modellen arbeitet und BIM als strategisches Werkzeug einsetzt, wird bei Dalux oder Procore am besten aufgehoben sein. Beide bieten leistungsfähige BIM-Viewer und tiefe Modellintegration. Einige andere Tools, wie BauMaster und PlanRadar, bieten BIM-Funktionen als ergänzendes Feature.

Wie viele externe Beteiligte binden Sie regelmäßig ein – und wie digital sind diese aufgestellt?

Wenn Subunternehmer wenig Affinität zu digitalen Tools haben, ist eine niedrige Einstiegshürde entscheidend. BauMaster ermöglicht die Aufgabenverteilung komplett ohne Registrierung, Planfred erlaubt die Planeinsicht ohne Login. Alle anderen Tools setzen einen eigenen Account voraus. Bei Fieldwire fallen für externe Beteiligte sogar zusätzliche Lizenzkosten an.

Worauf es wirklich ankommt: Akzeptanz im Team

Der Elektriker ruft an, weil er die Aufgabe in der chaotischen App nicht gefunden hat. Die Fliesenlegerin ignoriert die Einladungs-E-Mail komplett, weil sie nicht weiß, worum es geht, und im stressigen Alltag auch keine Zeit dafür hat. Szenen wie diese passieren tagtäglich auf der Baustelle.

Denn in der Praxis scheitert Teamwork gar nicht so sehr an der Verfügbarkeit von digitalen Werkzeugen. Die entscheidende Frage lautet eher: Macht die gewählte Software die Arbeit wirklich einfacher?

Wie BauMaster den Einstieg erleichtert

BauMaster setzt auf niedrige Einstiegshürden und simple Prozesse:

  • Aufgaben werden in übersichtlich strukturierten Bauprotokollen erfasst und als PDFs direkt aus der App per E-Mail versandt. Der Empfänger sieht die eigenen Aufgaben im Protokoll, ohne einen Account anlegen zu müssen. Eine integrierte Verteilerliste zeigt, wer das Protokoll geöffnet hat.
  • Für externe Beteiligte, die aktiv im System mitarbeiten wollen – Fotos hochladen, Status ändern, kommentieren – bietet BauMaster aber auch unbegrenzt kostenlose Teamworker-Lizenzen.

Was bedeutet das in der Praxis?

Wer auf einer Baustelle mit 20 verschiedenen Gewerken arbeitet, kann mit BauMaster alle 20 per Protokoll einbinden – ohne dass auch nur einer davon einen Account braucht. Wer will, kann aber enger zusammenarbeiten und sich kostenlos registrieren.

Das Modell kombiniert also Zugänglichkeit mit tieferen Kollaborationsfunktionen – je nachdem, wie Ihre Projektpartner gerne arbeiten wollen.