8 BIM-Tools für die Bauausführung (BIM2Field)

Geschrieben von

Christina Pemberger

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BaublogVergleiche & Toollisten

BIM-Modelle haben das Ziel, alle Daten, Beteiligten und Arbeitsabläufe zu verknüpfen, um die Bauausführung zu beschleunigen und gleichzeitig qualitativer zu bauen. Das gelingt jedoch nur, wenn die BIM-Daten aktiv in den Baualltag einfließen. In diesem Vergleich finden Sie 8 BIM-Tools für die Baustelle, die diese Brücke schlagen – von Baumanagement-Apps über BIM-native Plattformen bis hin zu spezialisierten AR-Tools.

Hinweis zur Aktualität: Dieser Vergleich wurde im April 2026 erstellt – Softwarefeatures und Preise können sich seitdem verändert haben.

Tool

Ideal für

Markt

Einstiegspreis

BauMaster

Bauleiter, Architekten, Bauträger, Generalunternehmer

international

alle BIM-Funktionen ab 109 €/User/Monat

Dalux

BIM-affine Generalunternehmer und Architekten

international

BIM-Viewer eingeschränkt kostenlos

Fieldwire (HILTI)

Generalunternehmer, Subunternehmer

international, DACH via Hilti

BIM-Viewer ab 64 €/User/Monat

PlanRadar

große Generalunternehmer Konzerne

international

BIM-Modelle ab 129 €/User/Monat

Autodesk Forma

große Generalunternehmer, BIM-Manager

international

121 €/User/Monat für Forma Build, erweitertes BIM-Paket nur auf Anfrage

Procore

große Generalunternehmer, Enterprise

international

individuell (nach Bauvolumen)

GAMMA AR

Generalunternehmer, TGA-Planer, BIM-Manager

international

Preis auf Anfrage

Imerso

Bauüberwachung, Qualitätsmanagement-Teams

international

Preis auf Anfrage

BIM2Field-Lösungen im tieferen Vergleich

BauMaster

BauMaster ist eine protokoll- und ticketbasierte Komplettlösung für das Bauprojektmanagement. Der BIM2Field-Ansatz ist hier praxisnah umgesetzt: BIM-Daten werden aktiv mit dem täglichen Baustellengeschehen verknüpft.

Der integrierte Autodesk-BIM-Viewer unterstützt IFC, RVT und NWD-Formate. Erstellte Aufgaben und Protokolleinträge lassen sich per BIM-Marker direkt im 3D-Modell verorten.

Die Besonderheit: BauMaster ist die einzige Software, die BIM-Marker als Vorschaubild in PDF-Protokollen darstellt. Damit landen BIM-Informationen auch bei Projektbeteiligten, die selbst keinen BIM-Viewer nutzen.

Darüber hinaus sind rechtssichere Baudokumentation, Aufgaben- und Mängelmanagement, Bauzeitenplan und Dokumentenverwaltung in einer Plattform vereint.

Dalux

Das dänische Unternehmen Dalux hat den wohl leistungsfähigsten mobilen BIM-Viewer am Markt entwickelt – auch sehr detaillierte Modelle werden flüssig auf dem Smartphone dargestellt. Die Plattform legt den Fokus also stark auf die eingebundenen BIM-Funktionen.

Mängel und Aufgaben werden sowohl auf 2D-Zeichnungen als auch direkt im 3D-BIM-Modell verortet. Augmented Reality ermöglicht den Soll-Ist-Vergleich vor Ort: Das BIM-Modell wird über die Kamera in die reale Baustelle eingeblendet. 360°-Kameras erfassen den Ist-Zustand als digitale Kopie; Echtzeit-Dashboards zeigen den aktuellen Projektstatus.

Fieldwire (Hilti)

Fieldwire ist im DACH-Raum über das Hilti-Vertriebsnetz verfügbar. Die Software verfolgt einen planbasierten Ansatz mit Fokus auf die Feldarbeit: Aufgaben und Mängel werden über Punch Lists auf Bauplänen verortet, mit Fotos und 360°-Aufnahmen dokumentiert und an Verantwortliche zugewiesen.

Der BIM-Viewer ist ab dem Business-Plan verfügbar und bietet 3D-Navigation, Zugriff auf Modell-Metadaten und Multi-Element-Messungen. Unterstützt werden IFC-Dateien. Der Planvergleich per Sheet-Overlay zeigt Änderungen zwischen Revisionen.

Für Unternehmen, die bereits Hilti-Geräte nutzen, besteht eine direkte Synergie mit der ON!Track-Geräteverwaltung.

PlanRadar

PlanRadar verfolgt einen plan- und ticketbasierten Ansatz – Mängel und Aufgaben werden als Tickets auf digitalen Bauplänen oder im BIM-Modell platziert, mit Fotos, Videos und Sprachnotizen angereichert und an Verantwortliche zugewiesen.

Der BIM-Viewer ist ab dem Pro-Plan verfügbar und unterstützt IFC-Dateien. Messwerkzeuge, Schnittebenen und ein Gehmodus für die Innenraum-Navigation sind enthalten. In der mobilen App steht zudem ein AR-Modus bereit, der das BIM-Modell über das Kamerabild legt. Zahlreiche Integrationen binden die Plattform gut in andere Softwaresysteme ein.

Autodesk Forma

Autodesk Forma (ehemals Autodesk Construction Cloud) ist eine der weltweit größten Bauplattformen und verbindet Design-Koordination mit Baustellenmanagement. Die native Revit-/AutoCAD-Integration macht die Plattform besonders für Projekte im Autodesk-Ökosystem interessant.

Das Modul Forma Build liefert Werkzeuge für die Feld-Ausführung: Qualitätsprüfungen, Sicherheitschecklisten, RFIs und Mängel lassen sich mit dem BIM-Modell verknüpfen. Modellkoordination und Clash Detection helfen, Probleme vor der Ausführung zu erkennen. Reality Capture ermöglicht die Integration von Punktwolken und 3D-Scans direkt in der Plattform.

Procore

Procore aus Kalifornien ist als Baumanagement-Plattform weltweit vertreten. Sie kombiniert Projektdokumentation, Finanzmanagement, Ressourcenplanung und Feldkommunikation.

Der integrierte BIM-Viewer ermöglicht die modellbasierte Zusammenarbeit: Koordinations-Vorfälle werden direkt im Modell erfasst und lassen sich mit Rückfragen (RFIs) und Änderungsereignissen verknüpfen. 2D-Ansichten helfen bei der Validierung von Durchbrüchen und Einbindungen.

Per Augmented Reality lassen sich Baustellenbedingungen mit dem 3D-Modell vergleichen. Über 500 Marketplace-Integrationen – darunter GAMMA AR und OpenSpace – erweitern den Funktionsumfang.

GAMMA AR

GAMMA AR aus Luxemburg ist ein spezialisiertes AR-Tool, das BIM-Modelle per Augmented Reality direkt auf die Baustelle bringt. Mit Smartphone oder Tablet wird das BIM-Modell lagegenau über die Kamera in die reale Umgebung eingeblendet. Das ermöglicht einen einfachen Soll-Ist-Vergleich vor Ort.

Mängel werden bauteilgenau im BIM-Modell dokumentiert – die Positionierung erfolgt über Eckenausrichtung, QR-Codes oder GNSS (Leica, Vigram). Die Lösung unterstützt IFC-, Revit- und Navisworks-Formate. Integrationen mit verschiedenen anderen Bautools sorgen für einen nahtlosen Datenfluss.

Imerso

Das norwegische Unternehmen Imerso hat sich auf den automatisierten Soll-Ist-Abgleich per 3D-Scanning spezialisiert. Die Plattform vergleicht 3D-Scans der Baustelle mit dem BIM-Modell und erkennt Abweichungen im Millimeterbereich – routinemäßig und ohne Fachpersonal für die Auswertung.

Unebene Bodenplatten, falsch platzierte Durchbrüche, Abweichungen in der Deckenhöhe oder kollidierende TGA-Anlagen werden automatisch sichtbar. Imerso hält BIM-Modelle mit den tatsächlichen Änderungen vor Ort auf dem neuesten Stand und liefert bei der Übergabe genaue As-Built-Modelle. Bevorstehende Kollisionen werden proaktiv erkannt.

Für den Einsatz wird ein 3D-Scanner benötigt – Imerso ist mit verschiedenen gängigen Geräten kompatibel.

Fazit: Der Einsatzzweck entscheidet über das richtige BIM2Field-Tool

Bevor Sie ein Tool wählen, sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie BIM auf der Baustelle überhaupt einsetzen wollen. Dann fällt es leichter, die passende Software zu finden:

  • Bauunternehmen, die BIM-Daten pragmatisch in die täglichen Bauabläufe einbinden wollen, finden in BauMaster eine sehr gute Lösung.
  • Wer BIM konsequent in den Mittelpunkt stellt, findet in Dalux Field den technisch stärksten mobilen BIM-Viewer am Markt.
  • Große Konzerne mit komplexer IT-Landschaft wählen PlanRadar oder Procore – bzw. Autodesk Forma, wenn Sie bereits im Autodesk-Ökosystem arbeiten.
  • Für Baustellenteams, die Hilti-Geräte nutzen, ist Fieldwire eine überzeugende Wahl.
  • Wer den Soll-Ist-Vergleich per Augmented Reality perfektionieren möchte, ergänzt sein Setup mit GAMMA AR – wer automatisierte Qualitätskontrolle braucht, mit Imerso.

Falls es Ihnen noch schwerfällt, eine Entscheidung zu treffen, hilft am besten ein Praxistest. Laden Sie sich also am besten eine Demoversion herunter und legen Sie direkt los – dann zeigt sich schnell, ob das gewählte Tool zu Ihnen passt.

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