7 Planmanagement-Softwares im Vergleich

Geschrieben von

Gudrun Mertl

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BaublogVergleiche & Toollisten

Veraltete Planversionen auf der Baustelle, unklare Freigabeprozesse, Handwerksbetriebe, die mit dem falschen Stand arbeiten – schlechtes Planmanagement kostet Zeit, Geld und im Streitfall Nerven. Digitale Tools schaffen Abhilfe, doch die Auswahl ist groß und die Unterschiede teils erheblich. Dieser Vergleich stellt 7 relevante Lösungen gegenüber und zeigt, welches Tool für welchen Einsatzzweck am besten geeignet ist.

Hinweis zur Aktualität: Dieser Vergleich wurde im März 2026 erstellt – Softwarefeatures können sich seitdem verändert haben.

Alle 7 Planmanagement-Tools zusammengefasst

Tool

Ideal für

Markt

Einstiegspreis

BauMaster

Bauleiter, Architekten, Bauträger, Generalunternehmer

international

ab 79 €/User/Monat

PLANFRED

Architekten, Planer, kleinere Bauteams

DACH, Europa

ab €25/Monat

PlanRadar

große Generalunternehmer, Bauträger, Facility Manager

international

ab 26 €/User/Monat (auf 1 Benutzer limitiert)

Autodesk Forma

große Generalunternehmer, BIM-Manager

international

ab 121 €/User/Monat für unbegrenzte Pläne

Dalux

BIM-affine Teams, Generalunternehmer

international

eingeschränkt kostenlos (Field Basic)

Capmo

Bauträger, Generalunternehmer

DACH

individuell (nach Bauvolumen)

Fieldwire (Hilti)

Generalunternehmer, Subunternehmer

international, DACH via Hilti

eingeschränkt kostenlos (Basic)

Planmanagement-Software im detaillierten Vergleich

1. BauMaster

BauMaster ist eine protokoll- und ticketbasierte All-in-One-Lösung für das Bauprojektmanagement aus Österreich. Das Planmanagement ist dabei kein isoliertes Modul, sondern direkt mit Protokollen, Mängeln, Aufgaben und dem Bauzeitenplan verknüpft. Pläne werden per Drag & Drop in den unlimitierten Speicher hochgeladen, mit Schlagwörtern versehen und in einer Ordnerstruktur organisiert. Bei Bedarf laden Sie mehrere gleichzeitig hoch. Der jeweils aktuelle Planstand ist für alle Baubeteiligten jederzeit sichtbar.

Der Planserver ermöglicht es außerdem, dass externe Fachplaner Pläne direkt hochladen – die Bauleitung prüft, genehmigt oder lehnt ab, bevor der Plan für das gesamte Team freigegeben wird. Wer den aktuellen Plan erhalten, geöffnet und heruntergeladen hat, ist auf einen Blick nachvollziehbar.

Direkt auf den Plänen lassen sich Skizzen, Planmarker und Kommentare setzen. Alte Planversionen bleiben in der Historie gespeichert, was im Streitfall volle Rechtssicherheit gewährleistet. Der integrierte BIM-Viewer erlaubt zudem das Setzen von Markern direkt im 3D-Modell.

2. PLANFRED

PLANFRED ist ein besonders planfokussiertes Tool: Die österreichische Lösung richtet sich an Architekten, Planer und kleinere Bauteams, die gezielt Planverteilung und -versionierung digitalisieren wollen.

Das Herzstück ist die Planliste: In der Listenansicht erscheint immer der aktuelle Planstand, überholte Versionen landen in der Plan-Historie. Ein anpassbares Filtersystem ermöglicht die Suche nach Rolle des Planverfassers, Planungsphase, Objekt und mehr.

Der Planversand erfolgt per E-Mail als Download-Link – jeder Versand und Download wird dokumentiert. Das Ampel-Freigabesystem bildet flexible Prüfläufe ab. Ein Upload-Melder informiert alle Beteiligten per E-Mail, sobald neue oder aktualisierte Pläne hochgeladen werden. Einen BIM-Viewer bietet PLANFRED derzeit nicht an.

3. PlanRadar

PlanRadar zählt zu den umfangreichsten Bausoftware-Plattformen. Das Tool verfolgt einen ticket- und planbasierten Ansatz: Pläne werden hochgeladen, Tickets direkt auf den Bauplänen platziert und mit Fotos, Videos sowie Sprachnotizen angereichert.

Das Planmanagement verfügt über eine automatische Versionierung und Planverteilung: Aktualisierte Pläne werden automatisch an relevante Personen ausgeliefert. Ein BIM-Viewer ist ebenfalls integriert, sowie eine Planvergleichsfunktion, die verschiedene Versionen übereinanderlegt und Änderungen sichtbar macht.

Über zahlreiche Integrationen (SharePoint, Slack, Jira, Power BI) lässt sich PlanRadar in bestehende Infrastrukturen einbinden.

4. Autodesk Forma

Autodesk Forma (ehemals Autodesk Construction Cloud) ist eine der weltweit größten Bauplattformen. Mit Revit/AutoCAD-Anbindung und einem breiten Integrations-Ökosystem ist Forma besonders für BIM-intensive Projekte geeignet.

Das Planmanagement läuft über Forma Data Management als zentrale Plattform für Projektdateien: enthalten sind Funktionen wie Versionierung, strukturierte Prüfprozesse, Transmittal-Verwaltung und ein BIM-Viewer.

Der Plan- und Modellvergleich funktioniert in 2D und 3D mit exportierbaren Vergleichsberichten. Issues auf Plänen und im Modell lassen sich mit RFIs, Submittals und Qualitätsprüfungen verknüpfen. Integriert sind zudem KI-gestützte Funktionen – etwa der Autodesk Assistant oder prädiktive Risikoanalysen.

5. Dalux

Das dänische Unternehmen Dalux positioniert sich als BIM-Spezialist für die Baustelle mit einem leistungsfähigen mobilen BIM-Viewer: Er verarbeitet native BIM-Formate (Revit, Navisworks, Tekla, ArchiCAD, IFC) flüssig auf dem Smartphone und unterstützt föderierte Modelle, Schnittebenen und Modellvergleich.

Das Planmanagement in Dalux Field funktioniert über Aufgaben, die sowohl auf 2D-Zeichnungen als auch direkt im 3D-BIM-Modell verortet werden. Augmented Reality ermöglicht den Soll-Ist-Vergleich vor Ort: Das BIM-Modell wird über die Kamera in die reale Baustelle eingeblendet. 360°-Kameras erfassen den Ist-Zustand als digitale Kopie; Echtzeit-Dashboards zeigen den Projektstatus.

Planversionierung und Approval-Workflows laufen über eine zentrale Basis (Dalux Box). Der BIM-Viewer ist in der Basisversion kostenlos verfügbar.

6. Capmo

Capmo bietet eine einsteigerfreundliche Bauprojektmanagement-Software für den DACH-Raum. Der Planserver verwaltet Planstände zentral, mit Versionshistorie. Über die Planverteilung werden Pläne an Projektbeteiligte und Nachunternehmer weitergegeben.

Planprüfläufe ermöglichen es, Werks- und Montagepläne in der Plattform zu prüfen und freizugeben. Ein integrierter Planvergleich zeigt Änderungen zwischen alten und neuen Planständen. Ergänzend lassen sich Aufmaße, Markierungen und Skizzen im Plan festhalten. KI-Funktionen runden das Profil ab: Der Capmo-Assistent erstellt z. B. automatisierte Projektzusammenfassungen. Einen BIM-Viewer bietet Capmo aktuell nicht an. Ein zentrales Merkmal: Das Preismodell basiert auf dem Bau- oder Honorarvolumen.

7. Fieldwire (Hilti)

Fieldwire ist Teil der Hilti Group und wird im DACH-Raum durch Hilti vertrieben. Im Planmanagement bietet die Software automatische Versionierung: Beim Plan-Upload werden Blattnamen automatisch ausgelesen, neue Blätter eingefügt und bestehende Aufgaben sowie Markierungen auf die neue Version übertragen.

Markups – Freiformlinien, Clouds, Pfeile, Textkommentare, Fotos und Videos – lassen sich auf den Plänen ergänzen. Die Funktion Sheet Compare legt verschiedene Planversionen übereinander und hebt Änderungen hervor.

Am Projektende lassen sich Bestandspläne inklusive der Markierungen als geschichtete PDF-Dateien exportieren. QR-Codes pro Plan ermöglichen den schnellen Zugriff per Smartphone auf der Baustelle.

Fazit: Nicht jede Software passt zu jedem Unternehmen

Es gibt nicht die beste Lösung für alle Baubetriebe – doch für jeden Einsatzbereich haben sich passende Tools etabliert. Einige Beispiele:

  • Architekturbüros und Planer, die primär digitales Planmanagement ohne erweiterte Funktionen abbilden wollen, finden mit PLANFRED den kostengünstigsten Einstieg.
  • Bauleiter und bauleitende Architekten, die neben Planmanagement auch Protokolle, Mängelmanagement und Bauzeitenplan aus einer Hand benötigen, profitieren am meisten von BauMaster.
  • Wer BIM in den Mittelpunkt stellt, findet in Dalux den technisch stärksten BIM-Viewer am Markt – oder wählt Autodesk Forma, wenn Autodesk bereits im Einsatz ist.
  • Für baustellenorientierte Teams, die Hilti-Geräte nutzen, ist Fieldwire dank Hilti-Infrastruktur eine überzeugende Wahl.

Wer die Entscheidung noch vor sich hat, sollte vor allem eine Frage stellen: Wie arbeitet mein Team tatsächlich auf der Baustelle? Ein Tool, das zwar theoretisch viel kann, aber nicht praxistauglich ist, löst kein Problem. Nutzen Sie deshalb die kostenlosen Testzugänge, die die meisten Anbieter bereitstellen, und binden Sie Ihr Team frühzeitig in die Entscheidung ein.

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