7 Fotodokumentations-Apps im Vergleich

Geschrieben von

Walter Fürthauer

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BaublogVergleiche & Toollisten

Fotos auf der Baustelle zu machen, ist einfach. Sie später wiederzufinden, dem richtigen Projekt zuzuordnen und als rechtssicheren Nachweis zu nutzen, ist die eigentliche Herausforderung. Doch welche Software oder App kann das übernehmen und passt gleichzeitig zu Ihren Projektabläufen? Dieser Vergleich stellt 7 digitale Fotodokumentations-Lösungen gegenüber und zeigt, wofür sie geeignet sind.

Hinweis zur Aktualität: Dieser Vergleich wurde im März 2026 erstellt – einzelne Softwarefeatures können sich seitdem verändert haben.

Alle 7 Fotodokumentations-Apps im Überblick

Tool

Ideal für

Markt

Einstiegspreis

BauMaster

Bauleiter, Architekten, Bauträger, Generalunternehmer

international

ab 79 €/User/Monat

OpenSpace

Generalunternehmer, große Auftraggeber

international

auf Anfrage

Dalux

BIM-affine Baustellenteams

international

eingeschränkt kostenlos (Field Basic)

Fieldwire (Hilti)

Generalunternehmer, Subunternehmer

international, DACH via Hilti

eingeschränkt kostenlos (Basic)

MemoMeister

Handwerksbetriebe, kleine bis mittlere Bauunternehmen

DACH

ab 19 €/User/Monat (Mindestanzahl 3 User)

PlanRadar

große Generalunternehmer und Bauträger

international

ab 26 €/User/Monat (auf 1 Benutzer limitiert)

Campo

Bauträger, Generalunternehmer

DACH

ab 26 €/User/Monat (auf 1 Benutzer limitiert)

Fotodokumentations-Lösungen im Detailvergleich

1. BauMaster

BauMaster ist eine All-in-One-Baumanagement-Plattform  aus Österreich, die einen protokoll- und ticketbasierten Ansatz verfolgt. Die Fotodokumentation ist direkt verbunden mit Funktionen wie Bautagebuch, Protokollen, Mängeln und Aufgaben.

Fotos werden vor Ort mit dem Smartphone oder Tablet aufgenommen und sofort dem entsprechenden Projekt, Protokolleintrag oder Bautagebucheintrag zugeordnet – ohne manuelle Nacharbeit im Büro.

Direkt im Bild ergänzen Sie Skizzen und Markierungen, um Sachverhalte eindeutig zu kennzeichnen. Alle Fotos werden mit Datum und GPS-Daten versehen und sicher auf österreichischen Servern gespeichert. Sie lassen sich außerdem direkt auf Plänen und im BIM-Viewer verorten, was die spätere Nachweisbarkeit verbessert.

Die nützliche Suchfunktion sorgt zudem dafür, dass Fotos auch Jahre später schnell auffindbar bleiben. Auf Knopfdruck erstellen Sie aus der Fotodokumentation einen individuellen und strukturierten PDF-Bericht.

2. OpenSpace

OpenSpace ist ein spezialisierter Anbieter für 360°-Realitätserfassung auf der Baustelle. Statt einzelner Fotos entsteht mit OpenSpace ein vollständiges visuelles Abbild des Baufortschritts.

Das Prinzip ist einfach: Eine 360°-Kamera wird am Schutzhelm befestigt, während die Baustelle wie gewohnt begangen wird. Die KI-gestützte Engine verarbeitet das Bildmaterial und ordnet es dem Grundrissplan und BIM-Modell zu.

Alle Aufnahmen werden mit Zeitstempel und Position versehen und bilden ein begehbares Archiv. Der Baufortschritt bleibt so nachvollziehbar. Vor-Ort-Notizen können auch per Spracheingabe ergänzt werden.

OpenSpace lässt sich in andere Bauplattformen integrieren, beispielsweise Revizto oder das Autodesk-Ökosystem.

3. Dalux

Dalux positioniert sich als BIM-Spezialist für die Baustelle mit einem gut ausgebauten mobilen BIM-Viewer. Die Fotodokumentation ist hier in den BIM-Workflow eingebettet.

Die Funktion SiteWalk ermöglicht eine 360°-Erfassung der Baustelle: Eine 360°-Kamera wird am Helm befestigt, die App gestartet und die Begehung läuft wie gewohnt ab. Zusätzlich unterstützt Dalux Punktwolken-Scanner: Die Scandaten lassen sich hochladen und gemeinsam mit dem BIM-Modell in einer Ansicht betrachten, was eine präzise Koordination bei physischen Hindernissen ermöglicht.

Der BIM-Vergleich legt 360°-Aufnahmen über das Modell, sodass Abweichungen zwischen Planung und Ausführung sichtbar werden. Projektmitglieder außerhalb der Baustelle können Ferninspektionen durchführen und auf dem Foto Probleme erstellen, die über Workflows an Verantwortliche weitergeleitet werden.

4. Fieldwire (Hilti)

Fieldwire gehört zur Softwarelandschaft der Hilti Group und wurde mit Fokus auf den Einsatz vor Ort entwickelt. Fotos und Videos lassen sich auf Bauplänen verorten und mit Aufgaben, Mängeln und Checklisten verknüpfen. Markup-Tools erlauben das Ergänzen von Anmerkungen direkt im Bild.

360°-Fotos sind ab dem Business-Tarif integriert. Alle Fotos werden mit Zeitstempel und Kontext gespeichert und sind Teil der As-Built-Dokumentation, die am Projektende inklusive aller Markierungen als geschichtete PDF-Dateien exportiert werden kann.

Ein durchsuchbares historisches Archiv ermöglicht die Nachweisführung auch nach Projektabschluss.

5. MemoMeister

MemoMeister ist eine cloudbasierte Dokumentations-App aus Deutschland speziell für Handwerksbetriebe und KMUs. Das Prinzip: Ein Memo pro Sachverhalt – Fotos, Videos, Texte und Checklisten werden zu einer Einheit gebündelt.

Fotos werden über die App aufgenommen – GPS-Koordinaten, Ersteller, Datum und Uhrzeit werden mit erfasst und angehängt. Markierungen und Kommentare lassen sich per Spracherkennung ergänzen.

Aus der Fotodokumentation erstellt MemoMeister Berichte in Word oder PDF. Die Plattform synchronisiert sich geräteübergreifend. Kein Plan-Pinning oder BIM-Viewer – MemoMeister ist bewusst schlank gehalten.

6. PlanRadar

PlanRadar ist eine umfangreiche Bauplattform mit vielen Integrationen. Die Fotodokumentation ist Teil eines ticket- und planbasierten Ansatzes: Fotos werden an Tickets auf dem Bauplan angehängt und mit Aufgaben und Zuständigkeiten verknüpft.

Zusätzlich lassen sich Fotos und Videos auf 2D-Plänen oder im BIM-Modell verorten. Ein Editor ermöglicht Markierungen im Bild. 360°-Fotos können ebenfalls integriert werden. Die Anzahl erstellter Fotos und weitere Metriken lassen sich pro Projekt nachverfolgen.

Fotodokumentationen und Bautagebücher können anschließend in Berichte exportiert werden. Über Integrationen wie SharePoint, Slack, Jira oder Power BI lässt sich PlanRadar in bestehende Softwarelandschaften einbinden.

7. Capmo

Capmo positioniert sich als intuitive, ticketbasierte Bausoftware für den DACH-Raum. Fotos werden beim Anlegen eines Tickets aufgenommen: Ein Pin wird im digitalen Bauplan gesetzt und Foto, Beschreibung sowie Zuständigkeit werden in einem Schritt erfasst.

Alle Fotos sind in einer zentralen Fotogalerie abrufbar und können Tickets oder Bautagebucheinträgen zugeordnet werden. Im Informationspanel ist nachvollziehbar, wer wann welches Foto hinzugefügt hat.

Fotos können einem Verantwortlichen zugewiesen werden, der eine Benachrichtigung erhält. Auch Capmo ermöglicht anschließend die Berichterstellung aus der Fotodokumentation. KI-Funktionen unterstützen bei der Projektzusammenfassung.

Fazit: Die digitale Fotodokumentation muss zu Ihren Abläufen passen

Eine gute Fotodokumentation ist ein rechtssicherer Nachweis für geleistete Arbeit, der Schutz vor ungerechtfertigten Gewährleistungsansprüchen und die Grundlage für reibungslose Abnahmen. Sie sollten sich daher gut überlegen, welche digitale Lösung zu Ihnen passt. Zum Abschluss einige Einsatzbeispiele:

  • Handwerksbetriebe und kleine Bauunternehmen, die schnell loslegen wollen, finden mit MemoMeister den einfachsten Einstieg.
  • Bauleiter und bauleitende Architekten, die Fotodokumentation nahtlos mit Protokollen, Mängelmanagement und Bauzeitenplan verbinden wollen, profitieren am meisten von BauMaster.
  • Wer 360°-Dokumentation für Großprojekte benötigt, findet in OpenSpace die technisch stärkste Lösung.
  • Für BIM-affine Teams ist Dalux die logische Wahl – dank der breiten Auswahl an BIM-Funktionen.
  • Konzerne mit Bedarf an breiten Integrationsmöglichkeiten wählen PlanRadar.

Kurzum: Mit welchem Tool Ihr Unternehmen am besten arbeitet, hängt davon ab, wie die genauen Abläufe auf Ihren Baustellen aussehen. Nutzen Sie unbedingt die kostenlosen Demozugänge der Anbieter, um herauszufinden, wie sie im Praxistest abschneiden.

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